Die zivil-militärische Schnittstelle braucht eine gemeinsame Rückfallebene.
Für die Bundeswehr selbst ist KRITIS-KOM nicht konzipiert — sie verfügt über eigene Führungssysteme. Die Lücke liegt dort, wo militärische und zivile Strukturen zusammenarbeiten müssen — mit unterschiedlichen Systemen.
Zwei Welten, ein Lagebild
Im Verteidigungs- und Katastrophenfall steht und fällt die Lage mit der Koordination zwischen Bundeswehr, Hilfsorganisationen, THW und zivilen Behörden. Die Bundeswehr verfügt über eigene Führungssysteme — die zivile Seite hat darauf keinen Zugriff. Versagen Mobilfunk und Behördennetze, fehlt genau das gemeinsame Fundament, über das Kreisverbindungskommandos, Krisenstäbe und Einsatzkräfte ein Lagebild austauschen können.
Hinzu kommt die Souveränitätsfrage: In verteidigungsrelevanten Szenarien gewinnt technologische Unabhängigkeit an Gewicht — Systeme ohne Abhängigkeit von ausländischen Netzbetreibern und kommerziellen Diensten, mit Kernkomponenten aus deutscher Entwicklung und Fertigung.
Die typische Ebenen-Kombination: Ebene 4 als infrastrukturunabhängige Verbindung zwischen zivilen Führungsebenen und zur Bundesebene, Ebene 3 im Verantwortungsbereich der zivilen Partner, Ebene 2 für die Vernetzung im Vorfeld und in ruhigen Lagen.
Use Cases
Realistische Abläufe — keine Kundennamen, keine erfundenen Zahlen.
Gemeinsame Lage ohne gemeinsames Netz
Situation: Landkreisübung mit Kreisverbindungskommando, THW, Hilfsorganisationen und Krisenstab.
Ereignis: Übungsannahme: großflächiger Infrastrukturausfall; militärische und zivile Führungssysteme sind gegenseitig nicht nutzbar.
Aktivierte Ebenen: Ebene 4 als neutrale, beiden Seiten zugängliche Datenverbindung für Lagemeldungen zwischen ziviler Führungsebene und Verbindungsorganen; Ebene 3 in den zivilen Abschnitten.
Ergebnis: Ein gemeinsames, dokumentiertes Lagebild — und ein wiederholbares Verfahren für den Ernstfall.
Rückfallebene ohne Auslandsabhängigkeit
Situation: Zivile Stelle mit verteidigungsrelevanten Aufgaben prüft ihre Kommunikationsabhängigkeiten.
Ereignis: Risikoanalyse ergibt: Alle Rückfallwege laufen über kommerzielle Satelliten- oder Mobilfunkdienste mit ausländischer Betreiberstruktur.
Aktivierte Ebenen: Ebene 4 ergänzt einen Weitverkehrsweg, dessen Übertragungsweg keiner Betreiberstruktur unterliegt und dessen Kernkomponenten in Deutschland entwickelt und gefertigt werden.
Ergebnis: Ein dokumentierter Kommunikationspfad, der auch bei geopolitisch bedingten Diensteinschränkungen verfügbar bleibt.
Sprechen wir über Ihre Schnittstelle
Ob Kreisverbindungskommando, Zivilschutzplanung oder verteidigungsrelevante Einrichtung: Wir ordnen ein, welche Ebenen die Zusammenarbeit im Ernstfall tragen.