Meldefähig bleiben — auch wenn die Krise Ihre Kommunikation selbst betrifft.
Betreiber kritischer Anlagen müssen Vorfälle melden, Lagen koordinieren und ihre Dienstleistung wiederherstellen. Genau die Szenarien, die das auslösen, treffen häufig zuerst die Kommunikationswege.
Melden müssen, wenn nichts mehr geht
Aus dem BSI-Gesetz (NIS2-Umsetzung) folgt eine gestufte Meldepflicht für erhebliche Sicherheitsvorfälle — Frühwarnung innerhalb von 24 Stunden ab Kenntnis, Vorfallmeldung innerhalb von 72 Stunden (§ 32 BSIG). Das KRITIS-Dachgesetz verlangt Resilienzmaßnahmen, Resilienzpläne und funktionierende Meldewege für kritische Anlagen; Geschäftsleitungen sind für die Umsetzung persönlich in der Pflicht (§ 20 KRITISDachG). Keines dieser Gesetze schreibt ein bestimmtes Kommunikationssystem vor — aber alle setzen voraus, dass Sie auch dann kommunizieren können, wenn Ihre regulären Wege gestört sind. Details auf Recht & Pflichten.
Die typische Ebenen-Kombination für KRITIS-Betreiber: Ebene 3 für die Koordination am Standort (Schichten, Technik, Werksschutz), Ebene 4 für die überregionale Meldefähigkeit im Blackout, Ebene 2 dort, wo mehrere Standorte oder Leitstellen im Alltag verbunden werden.
Use Cases
Realistische Abläufe — keine Kundennamen, keine erfundenen Zahlen.
Blackout beim Verteilnetzbetreiber
Situation: Regionaler Verteilnetzbetreiber, Leitstelle plus verteilte Umspannwerke.
Ereignis: Flächiger Stromausfall über mehrere Tage; Mobilfunk und Festnetz fallen nach Stunden aus, das eigene Betriebs-WAN mit ihnen.
Aktivierte Ebenen: Ebene 3 koordiniert Entstörtrupps und Werke vor Ort; Ebene 4 überträgt Lagemeldungen an Bundesnetzagentur und Nachbarbetreiber über Kurzwelle.
Ergebnis: Meldewege und Schwarzstart-Koordination bleiben arbeitsfähig, während die öffentliche Infrastruktur wiederaufgebaut wird.
Ransomware im Wasserwerk
Situation: Stadtwerk mit Wasserversorgung, IP-basierter Telefonanlage und SCADA-Umgebung.
Ereignis: Ransomware verschlüsselt Server; das Firmennetz wird vorsorglich vom Netz genommen — mit ihm Telefonie und E-Mail.
Aktivierte Ebenen: Ebene 2 stellt Führungs- und Bereichskommunikation über Mobilfunk-/Satellitenpfade her, getrennt von der kompromittierten IT; Ebene 4 hält die Erreichbarkeit einer Gegenstelle außerhalb des Schadensgebiets offen, über die die fristgerechte BSI-Meldung abgesetzt werden kann, falls auch öffentliche Netze betroffen sind.
Ergebnis: Interne Alarmierung und fristgerechte BSI-Meldung funktionieren, ohne das forensisch zu sichernde Netz zu berühren.
Klinikum im regionalen Infrastrukturausfall
Situation: Klinikum der Schwerpunktversorgung mit Notstromversorgung, aber ohne netzunabhängige Kommunikation.
Ereignis: Unwetter beschädigt regionale Netzinfrastruktur; Mobilfunk überlastet, Festnetz gestört — die Klinik läuft auf Notstrom, ist aber schwer erreichbar.
Aktivierte Ebenen: Ebene 3 organisiert den Betrieb im Haus (Technik, Logistik, Notaufnahme); Ebene 2 verbindet Klinik, Rettungsdienst und Katastrophenschutz über verbleibende Pfade.
Ergebnis: Patientensteuerung mit Leitstelle und Nachbarkliniken bleibt koordinierbar; das Haus bleibt führungsfähig.
Welche Ebenen fehlen Ihrem Betrieb?
Branche, Standorte, Bestand — wir gehen die Szenario-Matrix mit Ihnen durch und priorisieren nach Ihrem realen Risiko, nicht nach Sortiment.